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Aktuelles

Grüne Agrarwende – Für eine vielfältige, nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft:

 

Die LAG-Wald, Landwirtschaft, ländlicher Raum diskutiert derzeit, inwieweit nicht auch der Erhalt von Höfen und insbesondere kleineren bäuerlichen Betrieben Ziel der Grünen Agrarwende sein muss. Denn diese Betriebe sind stark gefährdet und dabei doch von fundamentaler Bedeutung für lebendige Dörfer, starke ländliche Regionen und eine nachhaltige Agrarstruktur. Wir wollen dabei ein Leitbild definieren, das Kleinstrukturiertheit, Unabhängigkeit und Vielfalt von landwirtschaftlichen Unternehmen mit einbezieht und sie so von agroindustriellen (Tier-)Fabriken unterscheidet, ohne dabei in die manchmal altertümlichen und romantisierenden Vorstellungen in der Gesellschaft von „bäuerlich“ zu geraten.“

 

 

LDK-Beschluss

STOPPT DEN TIERSCHUTZWIDRIGEN TRANSPORT VON TIEREN FÜR SCHLACHTZWECKE IN DRITTLÄNDER!

Eine der schlimmsten Entgleisungen im Tierschutzbereich findet auf den langen Transportwegen von lebenden Tieren aus Europa in Drittländer, also Ländern außerhalb der EU statt. Obwohl 2015 der Europäische Gerichtshofs klargestellt hat, dass auf Tiertransporten, die in der EU beginnen, auf dem gesamten Weg bis zum Abladen am Zielort, europäische Tierschutzregeln eingehalten werden müssen, zeichnen erschütternde Berichte in den Medien ein anderes Bild. Aufgrund der Entfernungen von Tausenden Kilometer und der langen Wartezeiten an den Grenzen müssen die Tiere oft tagelang in den Viehtransportern aushalten. Oftmals ist das mitgeführte Futter und vor allem das Wasser für die Tiere vor Erreichen des Zieles aufgebraucht. Fehlende Versorgungshöfe, an denen Wasser getankt, die Tiere entladen und gefüttert werden können sowie Pausen bekommen, verschlimmern die Situation der Tiere.
Dann spielen sich in den Transportfahrzeugen, wenn diese z.B. stundenlang an der Grenze in der heißen Sonne stehen, grausame Szenen ab. Darüber hinaus werden schwere, tierschutzrelevante Verletzungen der Tiere in Kauf genommen. Tiere können während der Fahrt fallen. Sind sie nicht mehr in der Lage aufzustehen, trampeln die Weggefährten auf ihnen herum. Diese Tiere müssten tierärztlich versorgt werden und dürften aufgrund ihrer Verletzungen nicht weitertransportiert werden. Leider ist oft das Gegenteil der Fall und die Tiere werden beim Entladen trotz ihrer Immobilität aufs brutalste behandelt.
Viele Tiere werden so während des Transportes in Drittländer einem Martyrium ausgesetzt, dass nicht im Ansatz mit unseren geltenden Rechten für Tiere vereinbar ist. Die Rechte der Tiere, die hier bei uns in NRW geboren und aufgezogen sind, hören aber nicht an der EU-Außengrenze auf.
Dabei geben wir zu bedenken, dass auch bei uns die Transportzeiten für Schlachttiere oft zu lang und auch der Schlachtprozess an sich verbesserungswürdig ist. Wir GRÜNEN fordern schon seit langem eine Transportzeit von maximal vier Stunden und einen sorgfältigen und transparenten Schlachtprozess in regionalen Schlachtstätten. Dieses System, das minimierbares Tierleid billigt, findet bei den hier kritisierten internationalen Transporten eine Potenzierung.
Solange wir tierschutzgerechte Transporte und einen tierschutzkonformen Umgang mit Tieren im Einklang mit dem europäischen Tierschutzgesetz auf langen Transporten nicht gewährleisten können, sind diese Tiertransporte in Drittländer völlig inakzeptabel. Solange mangelnde Kontrollen dazu beitragen, dass Kühe bei vollem Bewusstsein nur an einem Bein aufgehängt auf Schiffe verladen werden und dass Grenzabfertigungen so lange dauern, dass Tiere in der Sommerhitze elendig verdursten, solange werden wir GRÜNEN uns massiv für einen Stopp dieser Transporte einsetzen!Aufgrund dieser Zustände fordern wir:

  1. Ein sofortiges Aussetzen der Tiertransporte in Drittländer.
  2. Die Einrichtung eines Runden Tisches nach baden-württembergischem Vorbild, an dem Verbände und Vereine sich um eine Lösung dieser unsäglichen Zustände bemühen.
  3. NRW muss sich auf Bundes- und EU-Ebene für die Einhaltung der europäischen Tierschutzregeln für Schlachttiere auch in Drittländern einsetzen.
  4. Es müssen intensive Kontrollen der Tiertransporte vom Start- bis zum Zielpunkt eingerichtet werden. Die notwendigen Dokumentationen müssen länderübergreifend zusammengeführt werden und für die Vollzugsbehörden einsehbar sein.
  5. Die Versorgungsstellen entlang der Route müssen nach einem einheitlichen Standard zu einem lückenlosen Netz ausgebaut werden.
  6. Die tierschutzrechtlich besonders problematischen langen Wartezeiten an den Grenzstellen müssen durch eine zügige Abfertigung auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.

Beschlossen auf der LDK vom 15./16.06.18

 

LDK-Beschluss

WEIL ES UNSER EUROPA IST – FÜR EINE STARKE GRÜNE UMWELTKAMPAGNE ZUR EUROPAWAHL

Wenn wir bei der Europawahl im nächsten Jahr für ein starkes Grünes Ergebnis streiten, dann geht es darum, dumpfen und ausgrenzenden Parolen rechter Populisten Themen, die über die Zukunft entscheiden, entgegenzusetzen. Schließlich geht es um unser Europa – das Europa unserer Kinder, von denen wir die Erde nur geborgt haben!
Wir wollen, dass umweltpolitische Themen einen wichtigen thematischen Schwerpunkt unserer Europawahlkampagne bilden.
Wer, wenn nicht wir Grünen kann glaubwürdig Verantwortung für unser Wasser, unsere Natur, unser Klima und unsere ländlichen Räume übernehmen?!1. Weil es unser Wasser istWasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und damit unsere Lebensgrundlage. Wir Grünen wollen, dass Wasser allen Menschen in Europa als Gemeingut frei und preiswert in Trinkwasserqualität zur Verfügung steht.
Wir GRÜNEN NRW stehen zur konsequenten Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Der Zustand der Gewässer muss sich zügig verbessern, um wieder einen naturnahen Zustand zu erreichen. Gewässer sind Lebensadern der Landschaft und müssen für ihre Lebewesen durchwanderbar sein. Gewässer brauchen wieder mehr Raum mit Auenlandschaften. Sie müssen nach dem Verursacherprinzip vor Überdüngung, Rohstoffabbau und dem Eintrag von Pestiziden, Industriechemikalien, Medikamenten- und Mikroplastikrückständen geschützt werden.

2. Weil es unsere Natur ist

Der Verlust von inzwischen bis zu 80% der Insekten ist nur der Anfang für einen sich gerade dramatisch entwickelnden Artenverlust in unserer Natur. Denn Insekten dienen zahlreichen anderen Arten als Futter und so bedeuten weniger Insekten unvermeidbar auch weniger Fische, Frösche, Eidechsen, Vögel und Säugetiere. Und so geht gerade ein großer Teil der sich über viele Millionen Jahre entwickelten genetischen Erbe der Erde unwiederbringlich verloren.
Wir GRÜNEN NRW setzten uns dafür ein, dass das dramatische Insekten- und Artensterben gestoppt wird, indem

  • mehr natürliche Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt in Stadt und Land geschaffen und erhalten werden;
  • die europäisch geschützten Gebiete tatsächlich erhalten werden;
  • mehr Aufklärung in der Öffentlichkeit passiert.

3. Weil es unser Klima ist

Zunehmende Wetterextreme machen mit Stürmen, Überschwemmungen und Dürren überall in Europa deutlich, dass der Klimawandel längst begonnen hat. Ständige Pannen in Atomreaktoren – ob in Doel, Tihange oder Fessenheim – zeigen zudem, dass die Atomkraft keine Lösung für den europäischen Energiehunger ist. Europaweit müssen Gesellschaft und Wirtschaft daher zeitnah in einem Energieverbund ohne atomar-fossile Anteile versorgt werden.
Unser Ziel ist die weitgehende Klimaneutralität unseres Wirtschaftens bis 2050. Dazu brauchen wir verbindliche und verschärfte Klimaziele der EU bis 2030 und die Umsetzung ambitionierter Maßnahmen in allen Wirtschaftssektoren. Damit werfen wir den Innovationsmotor an und sorgen für wettbwerbsfähige nachhaltige Unternemen mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen.
Wir GRÜNEN NRW setzen uns dafür ein, Europa durch anspruchvolle Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren und der Energieeffizienz erneuerbar zu machen. Europaweit den raschen Ausstieg aus der Atomenergie zu befördern, wobei Risikoreaktoren sofort abgeschaltet werden müssen.

4. Weil es unsere Nahrung ist

Über 30% des europäischen Haushalts fließt in die Agrarwirtschaft. Allerdings werden damit ebenso Großbetriebe und auch industrielle Wirtschaftsweisen gefördert. Europaweit muss hier ein Wandel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, mit extensiven und umweltverträglichen Strukturen stattfinden, der Überdüngung, Ackergifte, Monokulturen und Massentierhaltung zurückdrängt.
Wir GRÜNEN NRW fordern europaweit daher:

  • die EU-Agrarförderung konsequent an starke Ziele bei Tierschutz und Nachhaltigkeit zu binden;
  • gesunde Ernährung aus einer gesunden Umwelt;
  • Zuchtziele zu ändern, für eine Verringerung des Medikamenteneinsatzes und mehr Tierwohl;
  • faire Preise für alle;
  • mehr Förderung und mehr Forschung für eine insekten- und vogelfreundliche Landwirtschaft aufgesetzt und der Pestizideinsatz auf allen Flächen erheblich reduziert wird.

Die GRÜNEN NRW unterstützen, dass diese Themen bundesweit zu einem Schwerpunkt der grünen Europawahlkampagne werden. Der Landesvorstand wird aufgefordert, in dieser Hinsicht mit dem Bundesvorstand Kontakt aufzunehmen, um die Kampagnenplanung entsprechend auszugestalten. Die umweltpolitischen Themen betreffen NRW als vielfältiges Flächenland besonders. Zu landesspeziefischen Zuspitzungen wird der Landesverband für NRW in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesarbeitsgemeinschaften ergänzende Handreichungen und wo sinnvoll auch Materialien zur Verfügung stellen.

Begründung

Mehrere nachhaltigkeitsorientierte Landesarbeitsgemeinschaften haben in einem gemeinsamen Prozess diese vier umweltpolitischen Themen identifiziert. Vorgeschlagen wird eine bildliche und textliche Umsetzung im Postkartenformat, die prägnant thematische Akzente setzen, Argumentationshilfen liefern und Aktionsvorschläge umfassen.

Beschlossen auf der LDK vom 15./16.06.18

 

LDK-Beschluss

GLYPHOSAT UND CO. RAUS AUS UNSEREN STÄDTEN, GÄRTEN UND FELDERN! – DAS MASSIVE ARTENSTERBEN UND DAS GESUNDHEITSRISIKO FÜR DIE BÜRGER*INNEN VERLANGEN KLARES HANDELN.

Der Wirkstoff Glyphosat, der in den 1970er Jahren von Monsanto in Produkten mit dem Namen Roundup auf den Markt gebracht wurde, ist mengenmäßig weltweit das bedeutendste Pflanzenvernichtungsmittel. In Deutschland findet er sich in über 100 zugelassenen Produkten. Jährlich werden in Deutschland 5.000 bis 6.000 Tonnen Glyphosat eingesetzt, davon knapp 100 Tonnen von nicht-beruflichen Anwender*innen, also z.B. in der Verwendung im eigenen Hausgarten, und der überwiegende Rest in der Landwirtschaft (1; Quellenangaben am Ende des Textes). Dem Umweltbundesamt zufolge wird auf rund 40% der Felder mindestens einmal jährlich Glyphosat gespritzt, beim Raps sind es sogar rund 90%. Als Totalherbizid tötet Glyphosat fast alle grünen Pflanzen, die damit in Berührung kommen. Die Ausnahme sind solche Pflanzen, die von Herstellern wie Monsanto so gentechnisch verändert wurden, dass sie gegenüber Glyphosat resistent sind. Zudem hat der intensive Gebrauch der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass auch immer mehr Beikräuter, also das eigentliche Ziel von Glyphosat, Resistenzen entwickelt haben.Auswirkungen von Glyphosat auf Mensch, Tier und UmweltDiese breite und unspezifische Wirkung von Glyphosat führt auch dazu, dass es nicht nur auf Pflanzen wirkt. Neben der viel diskutierten Erhöhung des Krebsrisikos sind zahlreiche schädliche Wirkungen auf Bakterien, Tiere und Menschen belegt (2). Diese allein sollten ausreichen, um Glyphosat und andere Herbizide mit ähnlichen Wirkungen aus dem Verkehr zu ziehen.
Glyphosat und andere weitverbreitete Herbizide (wie 2,4-D und Dicamba) wirken auf eine Reihe von Bakterien, die im Boden aber auch in der natürlichen Bakterien-Flora in Menschen und Tieren zu finden sind. Hersteller Monsanto hat deshalb Glyphosat als Antibiotikum patentieren lassen (3). Bakterien sterben bei hohen Dosen ab, entwickeln aber schon bei geringen Dosen Resistenzen gegen Glyphosat. Aufgrund der Ähnlichkeit der Mechanismen der Resistenzentstehung können diese Bakterien dann nicht nur gegen Glyphosat resistent sein, sondern auch gegen bestimmte Antibiotika. Schon heute kosten bakterielle Antibiotika-Resistenzen tausende Menschenleben, weil Antibiotika nicht mehr wirksam sind. Zudem führt die, im Gegensatz zu Pflanzen, selektive Wirkung auf einen Teil der Bakterien-Arten dazu, dass das natürliche Gleichgewicht gestört wird und sich krankheitserregende Bakterien ausbreiten können (4). Diese Wirkung von Glyphosat und anderen Herbiziden auf Bakterien wird systematisch unterschätzt und bisher nicht bei der Risikobewertung mit einbezogen.
Doch neben dieser indirekten Wirkung, schädigt Glyphosat auch Mensch und Tier direkt. Zahlreiche Krankheiten von Menschen und Tieren wurden bisher mit Glyphosatnutzung in Verbindung gebracht, darunter Nierenschäden, Hautkrankheiten, neurologische Schäden und ein erhöhtes Krebsrisiko. Auf dieser Grundlage hat auch die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” bewertet. Ganz besonders ernst scheint die Lage in einigen Ländern Südamerikas, in denen hohe Dosen Glyphosat ohne ausreichenden Schutz und in direkter Nähe zu Dörfern in Schulen angewendet werden. Doch hier fehlen systematische Studien, um die Schäden genauer zu erfassen. Bedenklich ist, dass auch in Deutschland fast jeder zweite Mensch nachweisbare Mengen Glyphosats im Blut hat, vor allem durch belastetes Trinkwasser und Nahrungsmittel (2). Welche Auswirkungen diese chronische Vergiftung mit Glyphosat genau hat, ist noch unklar, doch bei den zahlreichen beschriebenen Effekten, muss das Vorsorgeprinzip greifen und Glyphosat raus aus der Umwelt.
Aber auch die Insekten- und Pflanzenwelt nimmt durch Glyphosat großen Schaden. Dort wo Glyphosat eingesetzt wird, wachsen keine Wildkräuter mehr, was bei großflächigem Einsatz dazu führt, dass unsere heimischen Insekten kaum noch Futter finden. Und so wirken sich neben den bekannten Insektiziden (z.B. aus der Gruppe der Neonikotinoide) auch Glyphosat und andere Herbizide negativ auf unsere Artenvielfalt aus. Auch Bodenorganismen wie Regenwürmer leiden unter Glyphosat und werden weniger aktiv (5). Untersuchungen zeigen klar, dass sich Glyphosat beim mehrjährigen Anwendungen im Boden anreichert oder in Gewässer und Grundwasser ausgespült wird (2). Da Glyphosat und das Abbauprodukt Mineralstoffe bindet, haben die Pflanzen Probleme Eisen, Mangan oder Zink aufzunehmen. Damit hat Glyphosat tiefgreifende Auswirkungen auf das für die nachhaltige Landwirtschaft so entscheidende Leben auf und im Acker. Aufgrund des nachgewiesenen Artenverlustes durch Glyphosat fordern zwei Bundesbehörden (Umweltbundesamt und Bundesamt für Naturschutz) den Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung.
Dass trotz dieser verheerenden Auswirkungen Glyphosat immer noch großflächig eingesetzt wird, hängt auch an der Art und Weise, wie diese Risiken von den Zulassungsbehörden eingeschätzt werden.Streit um die Risikoeinschätzung offenbart grundlegende Probleme im Zulassungsverfahren

Nach wie vor bescheinigen die für die Zulassung in Europa verantwortlich Behörden, die Europäische Nahrungsmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung keine gesundheitlichen Risiken, die einer Verlängerung der Zulassung im Wege stünden.
Dagegen spricht die Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC, die Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” klassifiziert, und die große Zahl unabhängiger und öffentlicher Studien, die klar weitere signifikante Risiken von Glyphosat beschreiben und oben diskutiert sind.
Wieso die Behörden Glyphosat so unterschiedlich beurteilen, hängt auch mit dem europäischen Zulassungsverfahren zusammen. Dieses Verfahren, dem auch das deutsche BfR folgt, bezieht bei der Zulassung neben unabhängigen Studien auch firmeneigene, oft geheime, nicht-öffentliche Studien der Industrie ein, während die IARC nur öffentlich zugängliche und wissenschaftlich-geprüfte unabhängige Studien zur Risikobewertung zulässt. Diese intransparente Praxis ist ein Geschenk für die Unternehmen, deren Gewinne vor Sicherheit gehen, und muss endlich beendet werden.

Das massive Artensterben und das Gesundheitsrisiko für die Bürger*innen verlangen klares Handeln.

Während EU-Kommission, Bundesregierung und Landesregierung das Vorsorgeprinzip missachten und sich einer wirkungsvollen Strategie zur Herbizid-Reduktion verweigern, handeln inzwischen immer mehr Kommunen: Bereits 210 Städte und Gemeinden in Deutschland verzichten auf Glyphosat und andere Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen – so hat es der BUND gezählt (6). Aber auch regionale Initiativen, Lebensmittelhersteller, Handelsketten und Baumärkte haben die Initiative ergriffen und Glyphosat aus ihren Produkten verbannt.
Zum Schutz unserer Gesundheit und der unserer Kinder sowie zum Schutz unserer Böden, Gewässer und unserer Tier- und Pflanzenwelt fordern wir die Landesregierung, Kommunen und Verbände in NRW auf, sofort folgende Maßnahmen zu ergreifen:

1. Auf allen öffentlichen und allen privaten nicht-landwirtschaftlich genutzten Flächen in NRW (in Privatgärten, Stadtparks, auf Friedhofsflächen, in Gewerbegebieten, auf Vereinsflächen und Kirchengrundstücken u.ä.) darf kein Glyphosat mehr eingesetzt werden. Auch der Einsatz anderer Herbizide ist bis auf wenige Notfallanwendungen, bspw. zur Verhinderung akuter Beeinträchtigung von Ökosystemen oder der Ausbreitung von Giftpflanzen, zu untersagen. Das Land NRW muss sich hier auch für die entsprechenden Gesetze auf Bundes- und Europaebene einsetzen.

2. In der Landwirtschaft muss auf Grund der gesundheitlichen Risiken und des Vorsorgeprinzips der Einsatz von Glyphosat so schnell wie möglich auf null reduziert werden. Insgesamt ist dabei sicher zu stellen, dass die Reduktion von Glyphosat nicht dazu führt, dass nur ein anderes Herbizid eingesetzt wird. Hierfür müssen konkrete Reduktions- und Ausstiegspläne gemeinsam mit der Landwirtschaft erarbeitet werden. Das Umweltbundesamt hat dazu ein “5-Punkte-Programm für einen nachhaltigen Pflanzenschutz“ entwickelt, das dafür eine Grundlage bieten könnte (7). Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Anwendungsreduktion gegebenenfalls Mehrkosten verursacht, die es entsprechend über Förder- und Ausgleichskonzepte zu kompensieren gilt. Denn die Restriktion von Glyphosat und anderer Herbizide darf auf keinen Fall das Höfesterben weiter ankurbeln. Gerade bäuerliche Betriebe müssen hier verstärkt unterstützt werden.

3. Insgesamt muss in der Landwirtschaft der Einsatz von Herbiziden erheblich reduziert werden und langfristig so weit wie möglich vermieden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird dafür dringend mehr Forschung benötigt, in der alternative Verfahren auch mit dem Einsatz neuer Technologien (wie z.B. Robotik) und der Digitalisierung auf Effizienz und Auswirkungen auf den Klimawandel hin untersucht werden. Von den zuständigen Stellen des Landes und der Kommunen ist ein Forschungs- und Investitionsprogramm „herbizid-reduzierte und herbizid-freie Bewirtschaftungsmethoden“ aufzulegen. In der Ausbildung der Landwirt*innen sind herbizid-reduzierte und herbizid-freie Bewirtschaftungsmethoden verstärkt zu berücksichtigen. Auch Fortbildungsangebote müssen schnellstmöglich vermehrt eingeführt werden.

4. Aufgrund der wahrscheinlich erheblichen negativen Auswirkungen von Glyphosat auf die Gesundheit von Mensch und Tier muss auf nationaler also auch europäischer Ebene die Einfuhr von glyphosat-gespritzten Nahrungsmitteln weitestgehend eingeschränkt werden. Ebenso muss der Einsatz glyphosat-gespritzter Futtermittel in der tierischen Fütterung reduziert werden. Ziel muss es sein, dass man in der tierischen Fütterung komplett auf glyphosat-behandelte Futtermittel verzichtet.

5. Außerdem muss sich die Landesregierung auf bundes- und europäischer Ebene für eine deutliche Verbesserung des Zulassungsverfahrens für Pestizide und der Überwachung ihrer Verwendung einsetzen, insbesondere:

  •  Einer Registrierung und Veröffentlichung aller zulassungsrelevanten Studien gemäß dem Konzept von “All Trials“ im Arzneimittelbereich (8)
  •  Einer Beauftragung von Zulassungsstudien ausschließlich durch Behörden, wobei die Kosten durch die Industrie zu tragen sind
  •  Eine Erweiterung der Testverfahren um ökologische Studien, die auch subletale und chronische Einflüsse im Nahrungsnetz betrachten
  •  Analog zum Arzneimittelbereich auch bei Pestiziden ein von der Industrie zu finanzierendes kontinuierliches Monitoring während der Zulassungsdauer (9)
  •  Die Einrichtung eines Meldesystems für alle landwirtschaftlichen Pestizid-Einsätze bei den zuständigen Umweltbehörden

Quellenangaben
1. Drucksache des Bundestages 18/6490
2. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969717330279
3. https://patents.google.com/patent/US7771736
4. https://www.mdr.de/investigativ/kaputte-existenz-durch-glyphosat-100.html
5. https://www.weltagrarbericht.de/aktuelles/nachrichten/news/de/29458.html
6. https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie-kommune/
7. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/5-punkte-programm-fuer-einen-nachhaltigen-0
8. http://www.alltrials.net
9. http://science.sciencemag.org/content/357/6357/1232.long

 

 

 

 

Beschlossen auf der LDK vom 15./16.06.18

STÜRME ENTWALDEN

GANZE  LANDSTRICHE

Die Wälder in NRW sind nicht ausreichend vor zunehmend starken Stürmen geschützt. Vielerorts finden sich große Anpflanzungen von flachwurzelnden Fichten, da sie schneller wachsen als andere Bäume. Doch die schwache Bodenhaftung wird ihnen im Sturm zum Verhängnis. Das Problem besteht allerdings auch für Städte: Sturmtief Ela entwurzelte 2014 über 30.000 Bäume in Düsseldorf und richtete in der Nachkriegszeit bisher ungekannten Schaden an.

 

 

COP23

WAS IST DIE COP?

Du kennst COP bisher nur als englische Abkürzung für Polizist und COP 23 klingt für Dich wie eine geheime Polizeimission? Keine Sorge – in diesem Artikel erfährst Du, was es mit der COP – der Weltklimakonferenz – auf sich hat.

COP ist die Abkürzung für „Conference of the Parties“. Dabei handelt es sich um eine jährlich stattfindende Konferenz der Vereinten Nationen (UN), bei der um konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz gerungen wird. Weitere Bezeichnungen dieser Konferenz sind UN-Klimakonferenz oder einfach nur Klimagipfel. In diesem Jahr findet die COP zum 23. Mal statt und zwar in Bonn. Daher wird sie auch „COP 23“ genannt.

196 Staaten kommen zusammen

Bei der COP kommen Vertreter*innen der 196 Staaten zusammen, die die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (United Nations Framework Convention on Climate Change, kurz: UNFCCC) unterzeichnet haben.

Diese Rahmenkonvention ist ein internationales Umweltabkommen mit dem Ziel, eine menschengemachte Störung des Klimasystems der Erde zu verhindern, die globale Erwärmung zu verlangsamen und ihre Folgen zu mildern. 1992 wurde sie in New York verabschiedet und im selben Jahr auf dem ersten Umweltgipfel der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro von den teilnehmenden Staaten unterschrieben.

 

 

 

 

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am Samstag den 12. März. Hier geht es zur Anmeldung : https://gruene-nrw.de/termin/heimat-land-gruen

1. LAG Sitzung 2016

In dieser Sitzung beschäftigten wir uns mit der katastrophalen Lage am Milchmarkt zudem Michael Braun BDM Mitglied berichtete.

Ausführlich nahmen wir uns das Thema Klimawandel und Landwirtschaft, deren Auswirkungen und Lösungen vor. Hier hörten wir einen Vortrag von Dr. Andrea Beste.

Bei der wie immer gut besuchten LAG kamen wir zu dem Schluss, dass die Probleme, aber auch Lösungen der Landwirtschaft nicht genug in Partei und Öffentlichkeit gehört werden. Diesem Desinteresse wollen wir weiter mit Nachdruck begegnen.

Die Diskussion führt erneut zur Systemfrage (die Grenzen des Wachstums !) und zur Notwendigkeit des lenkenden Eingreifens der Politik in die Form der Bewirtschaftung/Tierhaltung, weil die Verallgemeinerung der Kosten/Folgen der marktbedingten Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion volkswirtschaftlich betrachtet wesentlich teurer wird – siehe auch Folgen des Klimawandels u.s.w. Außerdem stirbt zwischenzeitlich die wichtigste krisenfeste Stütze der Versorgung unserer Bevölkerung – die bäuerliche Landwirtschaft – einfach weg.

5. LAG Sitzung 2015

  • Wir haben uns auf dieser Sitzung mit der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes beschäftigt. Auderdem mit der Novellierung des Landeswassergesetz. Das Thema Artenschutz ist ein immer wiederkehrendes Thema unserer LAG.
  • Wir haben eine Liste, der Themen aufgestellt, die wir in 2016 bearbeiten könnten. Hier müssen wir noch eine Auswahl treffen, bzw. ist die Liste noch nicht vollständig.
  • 2016 wird ein sehr arbeitsintensives Jahr, siehe auch Termine. Deshalb freuen wir uns über viele Mitdenker und Mitdiskutierer!
  1. Klima und Landwirtschaft
  2. Bioökonomie und acheter cialis en ligne canada Landwirtschaft
  3. Was bieten wir der Landwirtschaft – Konzept GAP
  4. Milchviehhaltung und Zucht
  5. Landwirtschaft im Ausland (z.B. Überfischung, Sojamarkt usw.)
  6. Gute fachliche Praxis
  7. Biodiversität (Vögel und Insekten) – Feldvögelschutz
  8. Leader Projekt Agrobusiness
  9. Agrobusiness Gartenbau
  10. Abfallwirtschaft – Lebensmittelverschwendung
  11. Waldkongress – mit LAG Ökologie
  12. Ganzjährige Anbindehaltung verbieten, dazu gibt es einen Antrag aus RLP

4. LAG Sitzung

Auf dieser Sitzung wurde das Thema Bodenschutz, Klima und Landwirtschaft intensiv bearbeitet. Die LAG will dazu einen Antrag erarbeiten.

3. LAG-Sitzung 2015

Wir haben uns intensiv mit der Milchkrise auseinandergesetzt. Außerdem über GAP-Zahlungen diskutiert, deren Neuausrichtung 2020 anstehen. Hier müssen die GRÜNEN sich zu positionieren und wir werden das in den nächsten Sitzungen vertiefen. Wir werden dieses Jahr noch 2 mal tagen und uns dann nächstes Jahr mit dem Wahlprogramm  für 2017 beschäftigen.

2. LAG Sitzung 2015

Bei diesen Treffen wurde das Positionspapier zur Düngeverordnung verabschiedet, welche in Anlehnung an die Niederlande tierischen Dünger mit einbezieht. Siehe dazu THEMEN.

Erstes LAG Treffen 2015

Wir diskutierten ausführlich die Agrarwende, das neue Jagdgesetz, Kennzeichnung von Tieren und den zu veranstaltenden Waldkongress.

Mehr Ökologie und mehr Tierschutz – das neue Jagdrecht

Mehr Ökologie und mehr Tierschutz – dies soll das neue Jagdrecht bringen. Unser Umweltminister Johannes Remmel hat Mitte September den Entwurf für ein ökologisches Jagdgesetz vorgestellt. Tierschutz, Artenschutz und Waldschutz stehen dabei im Mittelpunkt. Auch der Abschuss von Haustieren soll verboten werden. Weitere Informationen zum neuen Jagdgesetz findet ihr beim Umweltministerium NRW oder auf der Seite der GRÜNEN Landtagsfraktion.

Gegen das geplante Gesetz will der Landesjagdverband NRW massiv vorgehen und auf fünf Veranstaltungen in allen Regionen NRWs gegen die Neuerungen Protest organisieren. Die Umwelt- und Tierschutzverbände wollen daher Flagge für das ökologische Jagdrecht zeigen und rufen zu Aktionen vor den Veranstaltungshallen des Landesjagdverbands auf. Wir wollen die Umwelt- und Tierschutzverbände dabei unterstützen und bitten euch, dazu in euren Regionen zu mobilisieren und daran teilzunehmen. Die Aktionen werden jeweils regional organisiert. Bitte vernetzt euch daher mit den Verbänden vor Ort. Trefft euch rechtzeitig vor Beginn vor den

Hallen, damit ihr für die Presse vor Ort auch wahrnehmbar seid.

 

Konvent in Bochum

Gute Gründe gegen TTIP

Die Diskussion um das geplante Freihandelsabkommen TTIP reißt nicht ab, der Debattenbedarf ist groß. Aber: Die EU-Kommission blockt und wichtige Informationen werden uns Bürgerinnen und Bürgern vorenthalten – obwohl das Abkommen dramatische Auswirkungen auf unser

aller Leben haben wird. Deshalb haben wir am Wochenende mit rund 150 Gästen in Bochum über die Gefahren und Folgen des Abkommens diskutiert.

workshop

Unser Workshop diskutiere die Auswirkungen auf die Lebensmittelerzeugung.

Von TTIP profitiert vor allem die industrialisierte Landwirtschaft und verdrängt so noch mehr die nachhaltige, bäuerliche und auch Umwelt- und Tierschutz bedachte Landwirtschaft.

Deshalb lehnen wir TTIP ab!

http://www.gruene-nrw.de/details/nachricht/gute-gruende-gegen-ttip.html

Unser Leitantrag zum ländlichen Raum wurde mit großer Mehrheit auf der LDK angenommen. Danke an alle die mitgedacht und mitgeschrieben haben.
Hier der Leitantrag: http://siegburg2014.gruene-ldk.de/files/2014/06/Beschluss-LR1-L%C3%A4ndliche-R%C3%A4ume.pdf

LAG Arbeitstreffen

Arbeitstreffen zum LAG Leitantrag „Ländlicher Raum“ in Ratingen auf dem schönen Hof bei Alfons Kuhles.Der Fragen sind umfangreich, der ländliche Raum heterogen. Die Antworten dazu müssen Grün, modern und dem Wandel der Zeit angemessen, umgesetzt werden. Der Begriff Heimat sorgte für eine muntere Diskussion.

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In der letzten LAG Sitzung fand ein angeregter Austausch über Konzepte zum ländlichen Raum, EU-Politik und vieles mehr statt.

Mit Europa- sowie Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern aus dem Landesvorstand waren wir gut besetzt. Die Fachkompetenz und das hohe Engagement der LAG-Mitglieder ist immer wieder beeindruckend.